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Die Welt schaut auf die Mongolei

Die UN-Wüstenkonferenz COP17 kommt in die Mongolei. Im August 2026 wird Ulaanbaatar zum Mittelpunkt einer globalen Debatte, die uns bei steppenstrolch am Herzen liegt: Wie schützen wir die Weidelandschaften unserer Erde und die Menschen, die von ihnen leben?
19. Mai 2026 durch
Die Welt schaut auf die Mongolei
Malte | Steppenstrolch
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Wenn wir an unsere Partnerinnen und Partner in der Mongolei denken, sehen wir Familien, die im Frühjahr ihre Schafherden über die frischen, endlich wieder grünen Weiden treiben, die immer etwas scheuen, grunzenden Yaks auf dem Weg in die neuen Weidegründe und auch die manchmal etwas emotionalen Kamele, die melancholisch durch die Wüste wandern, um das knappe Grün zu finden. Menschen und Tiere deren Leben untrennbar mit dem Land verbunden ist, mit der endlosen Steppe, dem kurzen grünen Sommer und dem harten mongolischen Winter.

Und genau dieses Land mit seinen Weidegründen steht im August 2026 im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit.

Was ist die COP17 und warum findet sie in der Mongolei statt?

Vom 17. bis 28. August 2026 tagt in Ulaanbaatar die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD COP17). Rund 197 Staaten schicken ihre Delegationen, dazu Staats- und Regierungschefs, Wissenschaftlerinnen, Vertreter der Zivilgesellschaft und des Privatsektors. Das Motto: Restoring Land, Restoring Hope: Land wiederherstellen, Hoffnung wiederherstellen.

Die UNCCD ist nicht die Klimakonferenz, die man meist kennt, sondern eine eigene UN-Konvention, die sich seit 1994 mit Desertifikation, Landdegradierung und Dürre befasst. Themen, die leiser klingen als schmelzende Gletscher, aber in ihrer Konsequenz genauso einschneidend sind. 

Dass die Mongolei als Gastgeberland gewählt wurde, ist kein Zufall. Knapp 77 % der mongolischen Landfläche gelten bereits als degradiert durch Überweidung, den immer häufiger werdendem Dzud (den eisigen Katastrophenwinter), Sand- und Staubstürme und den Klimawandel. Das Land, das die Grundlage für Jahrtausende nomadischer Lebensweise bildet, ist in einer schwierigen Lage. 

Das Jahr der Hirten

2026 ist gleichzeitig das von der UN-Generalversammlung ausgerufene Internationale Jahr der Weidelandschaften und Hirten (IYRP 2026) auf Initiative der Mongolei hin. Eine bemerkenswerte Geste der Regierung eines Landes, die das Nomadentum als Kernthema der eigenen Identität begreift.

Weltweit leben rund 500 Millionen Menschen direkt von Weidelandschaften. Sie produzieren einen erheblichen Teil unserer Nahrung, speichern Kohlenstoff, stabilisieren Böden und erhalten Biodiversität. Und dennoch erhalten sie in der globalen Umwelt- und Entwicklungspolitik weniger Aufmerksamkeit als andere Themen. Die COP17 soll das ändern.

Was das mit unserer Wolle zu tun hat

Wer einen steppenstrolch Schal trägt oder unsere Socken anzieht, hält ein Stück mongolischer Tradition in den Händen. Die Wolle für die Produkte kommt von Familien, die seit Generationen als Nomaden leben und die heute mit den Folgen von Klimawandel und Landverlust kämpfen wie kaum jemand sonst.

Der Dzud hat in manchen Jahren ganze Herden vernichtet. Die Dürresommer werden heißer, die Weiden knapper. Viele junge Mongolen verlassen die Steppe und ziehen in die Ger-Viertel am Rand von Ulaanbaatar, nicht aus freiem Willen, sondern weil das Land sie nicht mehr ernähren kann. Um dieses Thema kreist auch mein letzter Blog-Artikel: 300 Euro für einen Pullover.

Sind wir nun Teil des Problems oder Teil der Lösung? Das ist ein Thema für einen eigenen Blogbeitrag. Eins aber schonmal vorab: Faire Handelsbeziehungen sind in diesem Kontext keine nette Geste, sondern helfen konkret: Wenn Nomadenfamilien für ihre Wolle einen stabilen, gerechten Preis bekommen, können sie auch kleinere, angepasste Herden halten und trotzdem in ein Satellitentelefon oder die Bildung ihrer Kinder investieren. Wer wirtschaftlich abgesichert ist, muss nicht kurzfristig denken. Und wer nicht kurzfristig denken muss, kann sein Land schonen. Das ist kein großer Wurf, aber ein erster Schritt.

Was von der COP17 zu erwarten ist

Die Konferenz soll konkrete Fortschritte in mehreren Bereichen bringen: Stärkung der Finanzierung von Landrestaurierungsprojekten, Aufbauen von Instrumenten zur globalen Dürrerevorsorge und die Stimmen von Nomaden und indigenen Gemeinschaften in internationale Entscheidungsprozesse einbringen. Erstmals wird es einen eigenen „Indigenous Peoples Caucus" geben.

Die Mongolei selbst geht als Gastgeber mit gutem Beispiel voran: Die vom Präsidenten initiierte „Billion Trees"-Kampagne will bis 2030 eine Milliarde Bäume pflanzen. Nationale Projekte für nachhaltiges Weidelandmanagement und Bodengesundheit sind bereits angelaufen.

Ob die COP17 tatsächlich den Wendepunkt bringt, den die Steppe braucht wird sich zeigen. Aber dass die Welt nach Ulaanbaatar schaut, dass Nomaden und Weideland endlich als globales Thema ernst genommen werden ist immerhin ein Anfang.

Mehr Informationen unter unccdcop17.org.


Die Welt schaut auf die Mongolei
Malte | Steppenstrolch 19. Mai 2026
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